00:00:02: So, Aufnahme läuft.
00:00:04: Willkommen zu unserem Podcast zum Kickbook-Podcast!
00:00:08: Wir haben euch ein paar Bücher mitgebracht über die wir euch jetzt was erzählen wollen.
00:00:12: Brigitte hat einen viel größeren Stapel als ich.
00:00:15: sehe ich grad?
00:00:19: Nee, das ist Zufall.
00:00:20: Also ja... Bücher für den Sommer aber nicht unbedingt ganz leichte sommerliche Lektüre also ganz gemischt.
00:00:33: Ich habe als erstes vor einiger Zeit den Daniel Mellem gelesen, Einstein im Bade.
00:00:40: Das ist ja auch
00:00:43: schon mal so... Schöner Titel!
00:00:44: Genau!
00:00:45: Wo badet er denn da?
00:00:46: einschreien?
00:00:48: Der badet in seiner Badewanne die in einem Hotel zum rastenden Kranich steht.
00:00:54: das ist eine Hotelle in Bad Nauheim und der Roman spielt in BadNauheim hauptsächlich eben auch in diesem Hotel Und das ist deshalb bemerkenswert.
00:01:06: Was macht Albert Einstein in Bad Nauheim?
00:01:11: In Bad Naufheim fand neunzig ein Kongress der physikalischen Gesellschaft statt und es kam also sehr viele europäische, auch europäischer Physiker dorthin um sich auszutauschen.
00:01:25: aber im Grunde genommen ging es halt auch darum neue Richtung der Physik, die von Albert Einstein vertreten wurde und bis dahin vorherrschenden Richtungen in der Physique.
00:01:42: Das klingt jetzt erst mal so ein bisschen trocken und man denkt auch naja, Physik war ich nicht errichtet?
00:01:48: Das muss man nicht wissen!
00:01:49: Man muss auch kein besonderes Febel für Physik haben oder so.
00:01:52: es geht eigentlich wirklich um die Bewohner des Hotels.
00:01:57: Ja, die sind Wissenschaftler.
00:01:58: Die sind Physiker aber die haben eben wie das oft in Hotels ist Hotelgäste haben ja so ihre ganz bestimmten Vorstellungen.
00:02:06: Manche Hotelgässe sind sehr angenehm pflegeleicht andere sind mit ihren Forderungen an Unterkunft Personal und so dann doch eher schwierig.
00:02:18: Und dass alles muss direktor Kleberger der dieses Hotel leitet versuchen unter einen Hut zu bringen und seine Maxime ist, es soll... der Gast soll Ruhe finden in diesem Hotel.
00:02:32: Es soll also nicht durch irgendwelche Dinge aufgeregt beunruhigt werden sondern es soll ein ganz angenehmer ruhiger Aufenthalt werden.
00:02:41: Das ist von vornherein dann schon infrage gestellt.
00:02:48: Es beginnt mit so etwas brusalischem wie einem Rohrbruch im Hotel wodurch dann einige Zimmer unbewohnbar werden und man ja irgendwie versuchen muss die Gäste umzuverteilen.
00:03:01: Es steht unter dem Streit, den die beiden physikalischen Richtungen untereinander eigentlich haben.
00:03:12: Das ist einmal die Richtung von Albert Einstein und dann die von Philipp Lennert.
00:03:17: Diese beiden Herren das ist allerdings fiktiv.
00:03:22: Gastieren zusammen in diesem Hotel gibt eben eigentlich kein Ausweichen, die müssen irgendwann aufeinanderprallen.
00:03:32: Das Ganze ist aber sehr amüsant dargestellt in der teilweise etwas altmodischen anmutenden Sprache.
00:03:44: also man hat irgendwie wenn man das liest immer so diesen Hoteldirektor im G-Rock vor sich also von seinem geistigen Auge Es macht einfach Spaß, es zu lesen.
00:03:59: Kann auch durchaus sich dann wenn man das möchte eher so ein bisschen noch mit den Richtungen der Physik beschäftigen.
00:04:11: Also was ich aus dem Buch gelernt habe dass ist nicht nur die eine Relativitätstheorie gibt sondern Albert Einstein hat zwei entwickelt
00:04:18: und einer hat sich durchgesetzt?
00:04:20: Nein!
00:04:21: Es gab zuerst die... Moment heißt es spezielle Und dann gab es die Allgemeine.
00:04:27: Also
00:04:28: man würde ja eher umgekehrt denken, aber er hatte in der Reihenfolie veröffentlicht.
00:04:34: Aber das muss einen alles nicht interessieren.
00:04:36: Viel interessanter ist halt wirklich
00:04:41: die psychischen
00:04:42: Befindlichkeiten, die dargestellt werden.
00:04:45: Das macht einfach Spaß hat.
00:04:47: natürlich auch neunzehnundzwanzig da gibt es schon bestimmte politische gesellschaftliche Strömung hat auch so ein leichten politischen Unterhinterton, wenn man den lesen möchte.
00:05:01: Also das ist ganz interessant.
00:05:05: also der Philipp Lennert, der betont sehr dass er eben ein deutscher Physiker
00:05:09: ist
00:05:10: und der Direktor Kleberger fragt ihn dann näher aber sie sind doch in Ungang geboren.
00:05:19: Ja, aber Philipp Linnert lebt jetzt und arbeitet und forscht in Deutschland also er empfindet es so.
00:05:26: Und der Albert Einstein, der ja nun wirklich in Deutschland geboren ist.
00:05:29: Der betont aber sehr das er Schweizer isst.
00:05:31: Er hat halt inzwischen die Schweizer Staatsbürgerschaft angemacht.
00:05:35: Diese Skriptanz verwirrt den Direktor etwas und das meine ich mit so ein bisschen leichter Untertonen und es mit in dem Roman.
00:05:43: also deshalb macht's einfach Spaß ihn zu lesen.
00:05:46: Hört sich nach einer komplizierten Aufgabe für den Direktor an?
00:05:50: Ja!
00:05:50: Für den Direkte ist es kompliziert, aber für den Leser ist es wirklich sehr unterhaltsam.
00:05:54: Ja,
00:05:56: spannend.
00:05:57: Und wenn man will, kann man was mitnehmen, was physikalisch ist?
00:05:59: Wenn es einen nicht so interessiert dann nicht.
00:06:01: Braucht man sich nicht unbedingt näher mit zu beschäftigen?
00:06:06: Ja,
00:06:07: ja, spannend!
00:06:10: Ich habe zwei Bücher mitgebracht.
00:06:13: Eines davon ist Jester hier.
00:06:18: Das ist von Karo Klerberg und auf dem Cover sieht man schon ein bisschen.
00:06:24: das ist sehr schön gemacht Frau in so Rock mit Bluse
00:06:31: und Schürze.
00:06:32: Also sehr traditionell?
00:06:34: Sehr traditionell,
00:06:35: mit so einer Haube auf dem Kopf... ...und hält ein Handy in
00:06:37: der Hand!
00:06:39: Das passt dann aber nicht so ganz.
00:06:41: Nee, aber es passt dazu dass die Hauptfigur, die Natalie ist eine Tread-Wive Influencerin spielt alles in Amerika Und sie hat mit ihrem Mann zusammen ne Farm gekauft, die komplett renoviert auf Alt getrimmt und die elektrischen Geräte alle schön versteckt, damit man sie dann in ihren Videos ja nicht sieht.
00:07:04: Und die Kinder dürfen dann auch in den Videos immer mitspielen wenn sie nicht gerade von den Nennys betreut werden.
00:07:12: Sie hat sich da so ihr eigenes Reich aufgebaut ihre eigene Bubble Ansichten und ihr Leben
00:07:20: teilt,
00:07:21: Kochvideos macht alles mögliche.
00:07:24: Und zeigt wie glücklich und perfekt sie ist.
00:07:28: natürlich kriegt die Person, die ihr zuschaut nicht mit dass da Nenys im Hintergrund sind und Farmarbeiter und eine Producerin.
00:07:39: Sie macht halt diese Tread Vive Posts und gleichzeitig macht die Autorin noch ne andere Zeitebene auf in der die Natalie dann auf einmal wirklich in der Pionierzeit lebt.
00:07:54: Und man nicht so genau weiß, wie kommt die da hin?
00:07:59: Sie weiß selber nicht, wie sie dahin kommt und ist sehr verwirrt was sie da auf einmal tut und denkt sich verschiedene Sachen aus, wie das denn sein kann, dass sie da jetzt ist ob das irgendjemand sich nur ausgedacht hat und sie entführt hat oder wie auch immer Man weiß es nicht wie sie da hinkommt.
00:08:17: Sie stellt dann aber auf jeden Fall fest dass die Pionierzeit für Frauen vielleicht doch nicht so toll war, das zu der Zeit Männer anders mit Frauen umgegangen sind als es heutzutage der Fall ist und dass sowas Einfaches wie eine Schnittwunde durchaus lebensgefährlich werden kann.
00:08:34: Und das ist sehr viel Arbeit ohne elektrische Geräte, Brotseife alles Mögliche herzustellen.
00:08:45: Das ist so.
00:08:45: der eine... Plotstrangen würde ich mal sagen, wo man so denkt wie kann das denn sein?
00:08:51: Wie kommt die da hin?
00:08:52: und das ist total spannend gemacht.
00:08:55: Und der andere Teil ist halt wie sie als Influencerin ihre Familie damit reinzieht und wie Außenstehende auch auf sie eingehen.
00:09:06: Leute erkennen sie dann und sagen oh wie toll das ist.
00:09:08: oder sie sagen äh wie kannst du nur.
00:09:10: und Natalie hat auch Anna Uni studiert und hat da ganz viele Feministinnen kennengelernt, die sie alle aber absolut gar nicht verstehen kann.
00:09:19: Und ich fand Sie hochgradig unsympathisch und konnte Ihre Ansichten null
00:09:24: teilen.
00:09:24: Gleichzeitig hatte die Autorin es aber geschafft dass man das sich Mitleid mit ihr hatte weil sie ist halt so aufgewachsen.
00:09:33: ja sie hatte die Wahl sie hätte auch anders leben können Aber sie schafft es halt nicht aus dem wie sie aufgewachsen ist und was ihr vorgelebt wurde rauszukommen und sich über ihre Ansichten hinweg zu setzen.
00:09:49: Und in einem Allmoment denkt man, wie kannst du auf die Feministinnen, die erkämpft haben dass du jetzt überhaupt
00:09:57: so leben kannst wie du lebst?
00:09:59: So schimpfen?
00:10:02: und im nächsten Moment tut sie einem schon wieder Leid weil Sie halt einfach nicht aus dieser Rolle rauskommt und auch
00:10:12: merkt
00:10:14: das ist nicht gut für mich Aber sie kommt da halt nicht raus.
00:10:18: Das sind die wenigeren Momente, wo sie mir leidtut.
00:10:20: Die meiste Zeit fand ich sie... ...nicht so sympathisch aber es ist wirklich richtig richtig spannend geschrieben.
00:10:31: Ja klingt also.
00:10:33: Ich würde auch am Anfang schon sagen Pfff!
00:10:35: Die Beltie die Protagonistin davorlebt wäre jetzt absolut nicht meine, aber ja
00:10:44: Wird irgendwann auch verfilmt?
00:10:45: Da bin ich gespannt wie das Machen wurde sofort schon angekündigt quasi bei erscheinendes Buch, dass es irgendwann verfilmt wird.
00:10:53: Ich bin gespannt.
00:10:54: Das würde mich natürlich interessieren wie das sich auflöst, dass er dann wirklich in
00:10:58: der Pionierung ist.
00:10:58: Das verrate ich dir später.
00:11:01: oder ich
00:11:02: muss die Vierhundertsechzeiten lesen?
00:11:03: Ja aber ich habe es tatsächlich an einem Wochenende gelesen.
00:11:07: super spannend.
00:11:09: Und für die Leute, die jetzt vielleicht dann auch was sehen hier.
00:11:14: Es ist noch eingeschweißt weil ich es als E-Book gelesen habe und ich hab's einfach nur als Anschauungsobjekt aus dem Laden mitgebracht.
00:11:22: Das ist nicht meins.
00:11:23: Ja genau!
00:11:27: Also auch Buchhändlerinnen lesen?
00:11:31: Ist ja auch manchmal echt praktisch.
00:11:32: man kann die Schrift größer machen Man kanns gut den Urlaub mitnehmen.
00:11:36: Also ich denke nämlich, wenn jemand Lekturin Willop mitnimmt und du hast dann schon so einen fourhundertsechzig Seitenwälzer.
00:11:43: Kannst du deinen Gepäcklimit schon gut mit Out ausreizen?
00:11:46: Ja
00:11:47: auf jeden Fall!
00:11:48: Und man kann E-Books ja auch bei Buchhändlern kaufen.
00:11:52: Genau Das geht ja... Man kann über seinen Reader einstellen wo man die kauft.
00:11:55: das geht.
00:11:56: ihr dürft auch gerne zu uns in die Buchhandlung kommen euch beraten lassen und dann dass ebook bei uns kaufen kann kein Problem Genau, was hast du denn noch dabei?
00:12:07: Ja das ist jetzt das wo man so ein bisschen ja schon die sommerliche Muße braucht.
00:12:13: Es ist also nicht so so locker flockig dahingeschrieben es ist von der Gabriele von Arnim.
00:12:19: das heißt Abschiedleben klingt erst mal so ein bißchen... Der Untertitel ist Tagebuch eines Zeitgefühls.
00:12:28: und genau das hat die Gabriele Von Arnim gemacht sie quasi ein Jahr lang so einen Tagebuch geführt, also jetzt nicht jeden Tag aber regelmäßig alle zwei drei Tage mit dem Eintrag.
00:12:41: Die Einträge beziehen sich oft auf aktuelle Geschehnisse Politik Gesellschaft was auch
00:12:48: immer Klima Wetter ganz breit
00:12:53: gefächert und dieses Abschiedeleben handelt auch nicht.
00:12:57: wenn man vielleicht erst die Idee hat da geht es aber jetzt immer um Tod.
00:13:02: Das hätte
00:13:02: ich jetzt auch gedacht.
00:13:03: Ganz
00:13:04: schwierige Sachen, nein darum geht es nicht!
00:13:06: Also wir leben ja jeden Tag abschieden also wir verabschieden uns.
00:13:13: im Grunde genommen ist... Ich weiß gar nicht wer das hat das auch mal so beschrieben?
00:13:16: Im Grunde genommen verab schien mir uns abends von dem tag und wenn wir morgens aufwachen ist das auch schon wieder Abschied der Nacht die wir hinter uns gelassen haben.
00:13:28: für uns ist das ganz normal und es ist eigentlich auch so dass man Da drüber ganz froh ist, dass das eine zu Ende ist und das andere übergeht.
00:13:36: Und dann halt wieder ein neuer Anfang ist nach diesen Abschieden.
00:13:40: Es gibt natürlich auch endgültige Abschiede.
00:13:42: Auch die werden hier beschrieben.
00:13:45: aber
00:13:46: es geht auch um so grundsätzliche Dinge wie Abschied nehmen von Gewissheiten oder Abschiednehmen von Erinnerungen, die vielleicht so gar nicht gewesen... Das ist gar nicht so stattgefunden hat, wie man Dinge erinnert oder Sachen oder Sachverhalte Beziehungen so gewesen sind.
00:14:07: Wie man die erinnerte auch davon solchen Dingen Abschied zu nehmen.
00:14:11: Spannend also
00:14:13: wirklich sehr
00:14:14: abwechslungsreich beschrieben und die Gabriele von Arnim ist halt Journalistin inzwischen auch für sie selber sagt schon den etwas höherem Alter.
00:14:26: Sie ist ja genaues seit.
00:14:29: Deshalb beschäftigt sie sich natürlich auch mit endgültigen Abschieden.
00:14:38: Und was mich dann so manchmal fasziniert hat, wie sie irgendwie eine Meldung aus der Zeitung oder so aufgreift und da halt zu kurz rüber reflektiert.
00:14:52: Was mich wirklich in dem Moment hat zusammenzucken und stützen lassen das war der Eintrag den Sie am neunzwanzigsten April dann hingeschrieben hat.
00:15:03: Nun ist uns Joe Giallo als Kulturstaatsminister erspart geblieben.
00:15:11: Aber Wolfram Weimar, Medienunternehmer und Verfasser des konservativen Manifests, indem er sich unter anderem sorgt – jetzt kommt das Zitat um die Fortdauer des eigenen Blutes und die biologische Selbstaufgabe Europas bedauert, ist vielleicht auch keine glückliche Wahl!
00:15:28: Noch korrigiert mein Schreibprogramm Weimar mit Weimar Okay.
00:15:35: Also da bin ich zusammengezuckt und da habe ich gedacht, das kann jetzt so sein?
00:15:40: Sie gilt als seriöse Journalistin – sie hat hier für große Tageszeitungen, Wochenzeitungen geschrieben – und dann habe ich gesagt okay wenn das ein Zitat aus diesem Buch von Weimar sein soll, dann besorg' ich mir das jetzt mal.
00:15:56: Dann guckst
00:15:56: du mal nach….
00:15:57: Da gucke ich jetzt mal nach!
00:15:59: Wolfram Weimar nicht der Liebling der Buchhändler ist, das ist ja inzwischen klar.
00:16:04: Weil er hat es ja veranlasst dass drei Buchhandlungen vom deutschen Buchpreis ausgeschlossen worden sind obwohl sie auf der Liste der Preisträger schon standen weil er sie vom Verfassungsschutz hat
00:16:20: überprüfen
00:16:20: lassen und sie wohl durch diese Prüfung durchgefallen sind.
00:16:23: was ihnen da konkret vorgeworfen wird wurde ist ja niemals gesagt worden.
00:16:29: Ist auch auf Nachfrage nicht...
00:16:31: Das finde ich auch so krass, dass das sich nie mitgeteilt
00:16:33: würde.
00:16:33: Also
00:16:36: in dem
00:16:36: Moment fragt man sich, ist es noch Demokratie oder wo leben wir jetzt eigentlich?
00:16:41: Also das fanden wir alle eigentlich unglaublich und diesen Herrn Weimar geht es und da habe ich mir halt dieses Büchlein aus dem diese Zitate stammen sollen dann doch besorgt und musste feststellen Das steht genau so wortwörtlich drin.
00:17:02: Und was ich dazu noch bemerkenswert finde, der Herr Barma ist ja daraufhin später angesprochen worden und dann hat er dazu gesagt naja also wenn er es gewusst hätte dass das jetzt so aufgefasst würde dann hätte wird er im Nachhinein sagen es hätte dann vielleicht doch noch genauer formulieren müssen damit's nicht zu Irritationen
00:17:20: kommt.
00:17:21: Das heißt ja nicht dass er Abstand davon nimmt?
00:17:24: Nein das hab' ich auch so empfunden.
00:17:26: Also im Grunde genommen negiert er ja nicht, was er da gesagt hat oder nimmt das zurück.
00:17:32: Sondern er sagt nur ich habe es nicht so richtig ausgedrückt.
00:17:36: Ja also das sind die Momente... Da denke ich dann auch.
00:17:41: muss ich jetzt abschägen dass wir alle vielleicht verfassungsmäßig Rechte haben?
00:17:49: und wie gesagt ich denke mal was passiert denn mit mir in meinem Geschäft wenn jemand auf die Idee kommt?
00:17:57: Die lassen wir jetzt vom Verfassungsschutz überprüfen.
00:17:59: Ja, weil ich auch nicht weiß was dann da so gegeneinspricht.
00:18:06: Wenn das ja nicht mitgeteilt wird?
00:18:09: Das verunsichert auf jeden Fall.
00:18:11: Also... ...Gruselig!
00:18:12: Ja, das fand ich gruselig.
00:18:15: Das Buch von der Grabrile von Arnim finde ich nicht gruseli.
00:18:18: Das finde ich sehr bemerkenswert und kann mich auch nur jedem empfehlen zu lesen.
00:18:23: Das ließ man nicht in einem Rutsch.
00:18:25: Manche Dinge muss man einfach nachdenken oder man macht es halt wie jetzt in der Stelle, dass man denkt das überprüft aber noch mal ob das wirklich den Fakten entspricht.
00:18:35: und Aber ist ein sehr Anregendes Buch.
00:18:41: also zum zum reflektieren anregend Und so drüber nachdenke über manche Dinge ohne irgendwie so pädagogisch oder psychologisch oder wie auch immer daherzukommen.
00:18:54: Gute Ausgangspunkt, sich selber Gedanken zu machen.
00:18:59: Hört sich auf jeden Fall spannend an und voll interessant dass er das dann tatsächlich so geschrieben hat.
00:19:09: Ja, spannend!
00:19:14: Ich habe noch auch ein nicht ganz leichtes Buch dabei.
00:19:20: Das Nein sagen von dem Matthias Brandt Ist.
00:19:26: ein schmaler Band, nur hundertsebzehn Seiten und Matthias Brandt wurde gebeten die Rede zur Erinnerung an die Widerstandskämpfer.
00:19:37: Ich lese das jetzt gerade mal vor des zwanzigsten Juli vierundvierzig in der Gedenkstätte Berlin Plötzensee zu halten.
00:19:44: Das ist der Ort an dem Die Beteiligten an dem Attentat gegen Hitler ermordet wurden Und er wird das gefragt ob er das machen will, weil er der Sohn von Willi Brandt ist und Ruth Brandt.
00:19:59: Matthias Brandt is ja Schauspieler.
00:20:01: Mir hat das Gesicht erst was gesagt.
00:20:06: Dann habe ich festgestellt... Ich hab schon viele Filme mit ihm gesehen, viele gute Filme.
00:20:14: In diesem schmalen Band ist die Rede enthalten in der viel recherchiert hat über seine Eltern, über die anderen Widerstandskämpfer und sehr anschaulich und bewegend über diese Menschen spricht.
00:20:34: Viele Sachen, die ich gar nicht wusste.
00:20:38: Und was aber mich am meisten bewegt, sage ich mal wo ich wirklich eine Gänsehaut gekriegt habe.
00:20:45: Das war das Vorwort sozusagen und das Nachwort da.
00:20:49: er beschreibt dann wie er gebeten wurde, diese Rede zu halten und was er sich dann überlegt hat.
00:20:56: Also bin ich... Warum sollte ich diese Rede halten?
00:21:00: Bin ich nur weil ich der Sohn von zwei berühmten Menschen bin, bin ich deswegen geeignet das zu tun?
00:21:09: und die Menschen, die so einen wahnsinnigen Mut bewiesen haben Wie kann ich dem überhaupt gerecht werden?
00:21:19: oder Drück ich mich vielleicht einfach lieber und sag ne, mach' ich nicht.
00:21:23: Tut mir
00:21:23: leid!
00:21:25: Weil schreiben und reden kann er ja Und wie er dann da hingekommen ist das doch zu machen.
00:21:33: Das fand ich sehr bewegend Und am Ende wird dann halt auch noch kurz beschrieben Wie es ihm danach geht.
00:21:43: Er sagt dazu Gut, dass ich die Aufgabe eine Rede anlässlich des Jahrestags des zwanzigsten Juli vierzig zu halten angenommen habe.
00:21:51: Dass ich mich nicht davor gedrückt habe.
00:21:53: wenn wir weiter in einer freien Gesellschaft leben wollen müssen wir sie auch verteidigen jeder auf seiner Art jeder so wie er kann.
00:22:00: aber Ich glaube nicht das abwarten und sich heraushalten noch ein Weg sind.
00:22:04: Es hat sich gelohnt dachte ich trotz der Skrupell Trotzes unbehagens.
00:22:08: ich weiß jetzt besser wer meine Eltern waren Und damit auch wer ich selbst heute bin und wofür ich einstehen sollte.
00:22:14: Und das ist zumindest ein Gefühl, dass ich heutzutage tatsächlich oft habe wo ich denke muss ich was tun sollte ich etwas tun kann nicht einfach sagen ne ich tue nix und neben dem ganzen Fakten und Wissen die man über die Widerstandskämpfer bekommt.
00:22:38: Die Geschichten aus deren Leben hat mich das tatsächlich sehr berührt
00:22:45: weiß so ein bisschen darüber hinaus.
00:22:47: Das ist nicht einfach eine Erinnerungskultur und eine Bodigung, sondern er hat ja für sich selber dann das Fazit gezogen, man muss was sagen!
00:22:57: Man muss
00:22:58: für etwas einstehen.
00:22:59: Genau.
00:23:01: Und wie gesagt, das hat mich sehr bewegt und deswegen müsst ihr alle dieses Buch lesen.
00:23:07: Ja auf jeden Fall werde
00:23:09: ich noch machen.
00:23:11: Und du hast auch noch eins.
00:23:13: Ja,
00:23:13: ich habe zum Abschluss jetzt noch ein leichtere Lektüre wirklich Roman.
00:23:21: Es ist der Neue von Ewald Arendt, fünf sechs sieben acht.
00:23:26: Ungewöhnlicher Titel?
00:23:27: Ja, muss mal überlegen... Ich glaube das hat damit zu tun dass er Protagonist-Tänzer ist.
00:23:32: Dann macht es Sinn!
00:23:33: Also da zählt so Sachen ein.
00:23:40: Also der Protagonist ist Anton, Tänzer so um die Sechzig.
00:23:49: Ja das ist so das Alter wo man sich glaube ich vom aktiven Tanzen dann doch mehr oder weniger langsam verabschiedet obwohl er immer betont ja die Geschwindigkeit und so.
00:24:00: also Schnelligkeit wäre jetzt nicht mehr so wie mit vormundzwanzig aber durch die Erfahrung wäre halt der Ausdruck ganz anderer.
00:24:11: Also rechtfertigt das so ein bisschen für sich.
00:24:14: Aber das ist eigentlich auch nicht das Hauptthema in dem Boot, es fängt an damit, dass seine Tochter Emma die also auch Tänzerin geworden ist im Grunde genommen ihn und seine Stelle an der er jetzt zum Schluss gearbeitet hat als Choreograf bei Arpt.
00:24:36: Sie wird seine Nachfolgerin.
00:24:40: Das könnte ihn ja erst mal freuen, weil Eltern freuen sich erinnern, wenn ihre Kinder beruflich vorankommen und erfolgreich werden.
00:24:47: Aber bei ihm ist das eben so zwiegespalten, weil er wird auch verdrängt.
00:24:53: Also da für ihn dann auch ein Abschied.
00:24:57: Und
00:24:59: das ist
00:24:59: für ihnen dann Anlass überhaupt über sein Leben nachzudenken von dem ihr jetzt doch so zwei Drittel bisschen mehr vielleicht sogar schon um sind.
00:25:09: Er kommt dann darauf, wieder an eine frühe ja jugendliebe Beziehung zu denken mit Joe.
00:25:18: Also Joe ist eine Frau und die aber ich habe das Buch ehrlich gesagt noch nicht bis zum Ende gelesen, die auseinandergegangen ist diese Beziehungen.
00:25:32: Woran das jetzt gelegen hat kann ich noch nicht sagen?
00:25:35: Ich weiß auch nicht ob es eben als deutlich gemacht wird.
00:25:39: jedenfalls Nimmt ihr das als Anlass darüber nachzudenken, wie denn sein Leben verlaufen wäre wenn das nicht so gewesen wäre.
00:25:47: Er hat ja dann eine andere Frau kennengelernt mit ihrer Familie gegründet.
00:25:54: Wäre vielleicht das andere Leben toller gewesen?
00:25:59: Schillerner noch zufriedenstellender oder... Hätte es ihn noch glücklicher gemacht, als er jetzt ist.
00:26:08: Ist er überhaupt glücklich?
00:26:10: Ist er in seiner Beziehung, in seiner Ehe, in einer Familie glücklich geworden?
00:26:14: Also er stellt das alles so ein bisschen auf den Prüfstand und macht sich dann aber letztendlich auch durch seine Tochter so ein bischen angetrieben.
00:26:26: doch
00:26:27: auf dem Weg und daran diese Joe wieder ausfindig zu machen ob sie überhaupt noch gibt wie sie vielleicht heute
00:26:35: aussieht
00:26:36: einfach so praktisch nochmal den Film des Lebens ein Stückchen zurückzuspulen hat bei einem Eindruck.
00:26:43: Und er macht sich also dann mit Emma auf dem Weg nach Irland, wohin nämlich wohl so verzogen ist... Diese Reise mit seiner Tochter
00:26:58: ist
00:27:00: nicht so ganz problemfrei weil die beiden machen auf dieser Reise doch auch viele Unstimmigkeiten oder ja ihre Befindlichkeiten zwischen Vater und Tochter aufe untereinander aus.
00:27:16: Also das ist nicht so ganz einfach, dass es auch für beide in dieser Beziehung also er als Vater sie als Tochter ein bisschen Reise zur Selbstfindung.
00:27:29: Ja, ich habe es noch nicht zu Ende gelesen.
00:27:30: Ich hab's auch angefangen in den Arrenzen unter dem Vorbehalt, den ich ja immer habe.
00:27:34: Meine Kollegen
00:27:35: lachen
00:27:36: ja schon in der Buchhandel.
00:27:37: Nee, bald Arrenz hat er eigentlich immer lachen.
00:27:40: Ne, muss jetzt nicht unbedingt... Der Autor schreibt mir so ein bisschen zu Gefühlvoll.
00:27:52: Also das klingt jetzt blöd vielleicht aber ich dachte auch jetzt am Anfang männlicher Protagonist, der darüber seniert und vielleicht auch so ein bisschen wehleidig ist.
00:28:05: Dass sein Leben vielleicht nicht so verlaufen ist wie es hätte verlaufe können.
00:28:09: Und dann habe ich gedacht nein, ich lese das Buch jetzt doch noch mal zu Ende.
00:28:15: Gebt ihm eine Chance umzugucken?
00:28:17: Ich gebe ihm immer eine Chance.
00:28:19: Das ist vielleicht auch ein bisschen mein Schubladen-Denken dass mir das so viel ist.
00:28:24: also Es ist nicht mehr zuviel weil da ein Mann mit Gefühlen dargestellt wird die das für mich nicht haben dürfen, gar nicht.
00:28:33: Also es wäre mir auch wenn die Protagonistin eine Frau wär so ein bisschen zu sentimental.
00:28:41: Aber wie gesagt ich habe das Buch erst angefangen und hab's noch nicht zu Ende gelesen und ich denke für alle die Ewald Arendt mögen und seine Bücher ist das wieder ein hervorragendes Buch denn es ist vom Stil her von der Ausdrucksweise, genau wie seine früheren Bücher auch, also auf dem gleichen Niveau.
00:29:03: Und ich denke wer ihn mag, wer ihn als Autor schätzt der wird mit diesem Buch glücklich werden.
00:29:08: Ob ich das werde weiß ich noch nicht.
00:29:09: Das kann ich erst sagen wenn ich es bis zum Ende gelesen
00:29:12: habe.
00:29:12: Okay was musst du dann je nachdem wer im nächsten Podcast hier sitzt?
00:29:17: Dann im nächsten podcast?
00:29:18: oder sonst gibt's
00:29:19: das so als Anmerkung mit rein?
00:29:21: Genau!
00:29:23: Der Ahrens hat der Brigitte doch gefallen oder nicht?
00:29:25: man weiß es noch nicht.
00:29:29: Ja cool, da bin ich ja mal gespannt was du hinterher erzählst.
00:29:33: Ich habe ein paar von ihm gelesen.
00:29:35: die fand ich okay waren jetzt nicht so dass ich dachte so wow meine absoluten Lieblingsbücher.
00:29:40: aber ich hab sie mit Freude gelesen sagen wir mal so.
00:29:44: Das ist mehr als man bei vielen Büchern sagen kann.
00:29:49: Das stimmt manchmal.
00:29:52: und manchmal denke ich auch momentan so Bücher die ich früher gelesen habe wenn ich da jetzt überleg was ich früher gut fand und wenn ich dann jetzt noch mal da reinschaue, da denke ich dann auch manchmal so nenn.
00:30:04: Ist nicht mehr meins das ändert sich ja auch der Geschmack einfach.
00:30:08: Ja der geschmack und vielleicht auch im durch... ...durch dass er lebte.
00:30:14: bis dahin.
00:30:15: also für uns ist dann vieles nicht mehr so neu wie es vielleicht mit neuer als wir zwanzig waren oder fünfundzwanzig.
00:30:25: Man hat ja viel mehr leseerfahrung mittlerweile
00:30:27: einfach
00:30:29: Das stimmt.
00:30:30: Dann ärgere ich mich immer bei Krimis, wenn ich denke so ja die Person war es und dann stimmt das am Ende.
00:30:35: Was sich eine voll spannende Frage fand was ich dich auch noch fragen wollte Bei der letzten Buchmomentveranstaltung da war eine frage die da kamen Sachbuch oder Roman Wenn du dich entscheiden müsstest und Danach sage ich dir was Ich gesagt
00:30:51: habe was ich lieber oder wenn
00:30:54: Du dich entscheiden musst Ob du nur noch Sachbücher oder nur noch romane lesen darfst.
00:31:04: Das sieht man ja eigentlich jetzt schon an der Auswahl, die ich mitgebracht habe.
00:31:08: Dass ich mich da nie gerne so ganz festlege.
00:31:13: Aber... Ich müsste mich entscheiden!
00:31:15: Ja, entscheidung?
00:31:25: Die ist wirklich sehr schwer.
00:31:26: also eigentlich wenn ich mir überlege Roman das spricht für mich... Also ein gut geschriebener Roman, dass es für mich, ich setze mich hin und fange an zu lesen und bin auf einmal in einer anderen Welt.
00:31:38: Da läuft ein Kopfkino ab, da laufen Assoziationen ab Das hat schon was für sich.
00:31:48: Das kann auch irgendwie total ablenken sein, wenn man selber in einer Situation ist, wo man denkt, oh nee komm.
00:31:54: also das ist ja gruselig.
00:31:56: und dann hast du einen guten Roman, indem du praktisch abtauchen kannst finde ich fantastisch.
00:32:02: Und das dürfte ich gar nicht mehr lesen.
00:32:04: Also
00:32:05: ich schätze einfach Sachbücher weil mir das hilft Dinge Geschehnisse einzuordnen zu hinterfragen Weil so eindeutig richtig falsch gibt es nicht, auch wenn einem das ja heute oft suggeriert wird.
00:32:23: Das hätte ich ja dann auch nicht mehr, wenn ich nur noch Romane lese.
00:32:25: Du darfst
00:32:26: auch sagen du kannst dich nicht entscheiden ist okay.
00:32:29: Darf ich?
00:32:29: Darfst du!
00:32:30: Das
00:32:30: beruhigt mich Ich kann mich wirklich nicht entscheiden.
00:32:33: also wie gesagt, das
00:32:34: wären meine Argumente für die beiden Richtungen.
00:32:36: Ja, ich habe spontan
00:32:38: gesagt dann
00:32:39: Erstmal hab' ich auch gesagt ne, ich lese ja beides total gerne.
00:32:42: aber wenn ich mich wirklich entscheiden müsste würde ich glaube ich Hat mich selber überrascht diese Antwort.
00:32:49: Ja, finde ich... Aber
00:32:50: waren voll die spannenden Gespräche da dann?
00:32:52: Ja!
00:32:53: Also ja und dann sind wir mit unseren Büchern glaube ich auch durch.
00:32:58: Ich habe
00:33:00: zumindest keins mehr übrig und du auch
00:33:01: nicht?
00:33:01: Auf jeden Moment auch nicht und ich denke wir haben uns auch
00:33:06: gut
00:33:06: ausgetauscht trotz hoher Sommerlicher Temperatur.
00:33:13: Ja, beim nächsten Mal ist alles wieder wohl temperiert.
00:33:16: Genau!
00:33:20: Dann hören wir uns hoffentlich beim nächsten Podcast wieder und wünschen euch eine gute Zeit bis
00:33:25: dahin.
00:33:25: Tschüss!